Dozent Stefan Kerp über den Aufklärungsunterricht im 5. Semester: Der Blick ins Berufsleben

Stefan Kerp

Das 5. Semester beginnt. Die Studierenden haben gerade ihre Zwischenprüfung erfolgreich hinter sich gebracht. Und sie spüren, dass sie sich nun auf der Zielgerade ihres Studiums bewegen.

Viele beschäftigen sich spätestens jetzt mit der Frage:

„Was mach´ ich, wenn ich den Abschluss in der Tasche habe?“
„Wo kann und will ich arbeiten?“
„Was wird von mir verlangt?“
„Wie kann ich mein Talent am besten verkaufen?“

Fragen über Fragen, die so Manchem schlaflose Nächte bereiten.

Deshalb habe ich in meinem Unterricht – neben der Semesteraufgabe – den Bereich „Work in practice“ integriert, bei dem ich wichtige Informationen über den Berufseinstieg vermittle. Da ich selber über 20 Jahre in verschiedenen Agenturen gearbeitet habe, die inhabergeführte Agentur und das internationale Network genauso kenne wie das Arbeiten als Angestellter und Selbstständiger, kann ich den Studierenden bei vielen Fragen helfen.

In ca. 30 minütigen Vorträgen beleuchte ich in jeder Einheit eine andere Facette des Berufslebens:
von den vielfältigen Berufsmöglichkeiten, den unterschiedlichen Funktionen, Aufgaben, Kompetenzen und Titeln in einer Agentur, Gehälter und Verdienstmöglichkeiten – über die Definition von Karriere, der Vorstellung der erfolgreichsten nationalen und internationalen Agenturen, der Diskussion um Awards und Goldrunden – bis hin zu Bewerbungs- und Zielgesprächen, der Definition von Arbeitsprozessen sowie Produktions- und Systematisierungstechniken.

Ein Schwerpunkt in meinen Vorträgen liegt dabei immer auf der Digitalisierung und der damit verbundenen Veränderung in der Kommunikation. Meine Nettobotschaft: Der Arbeitsmarkt und die Realität, mit der die Studierenden nach dem Studium konfrontiert werden, ist alles andere als ein Streichelzoo. Und meine ungeschönte Beschreibung der Anforderungen kann bei dem Einen oder Anderen auch für Fracksausen sorgen. Allerdings sind die Chancen, das individuelle Talent in dem sich ständig wandelnden Markt erfolgreich einzusetzen, noch nie so groß gewesen wie heute.

Voraussetzung dafür ist Kreativität, Flexibilität und die Fähigkeit zum generalistischen Querdenken.

Am Ende des 5. Semesters sind die Studierenden erwachsener geworden. Persönliche Ziele, Wünsche, Stärken und Schwächen wurden definiert.

Das Bild über den Berufseinstieg ist klarer geworden. Ich kann hier und da ein Leuchten und Flackern in den Augen entdecken. Einige haben einen eisernen Willen entwickelt – ein eindeutiges Signal dafür, dass der Jagdtrieb geweckt wurde! Und das ist für mich die schönste Bestätigung.