Das 4. Semester befasst sich im Unterrichtsfach Werbung unter anderem auch mit Broschürengestaltung.

Adrian Jaster zeigt uns ein Beispiel aus dem Unterricht und berichtet von seiner Vorgehensweise.
Die Aufgabenstellung sah eine Broschürengestaltung mit verschiedenen Themen vor. Zur Auswahl standen die Bereiche Fanartikel, Schuhe, Schmuck, Möbel und Kosmetik. Anfangs sagte mir nichts davon zu – fast alles irgendwie solch „Frauenzeug“ dachte ich erst. Logische Schlussfolgerung: Fanartikel oder Möbel. Aber selbst die beiden Themen sagten mir nicht wirklich zu. Nach ’ner Pause bei Frau Milch (Schleichwerbung muss sein) kam ich zu dem Entschluss: Warum nicht mal komplett anders denken? Also mache ich etwas für ein Frauenprodukt und was liegt da näher als Kosmetik von L’Oréal – weil SIE es sich wert sind.
Nun musste ich aber aus einem für mich langweiligen Thema etwas interessantes machen, also setzte ich das „andere denken“ weiter fort.
Ich kam zum Konzept: Männer benutzen Frauenkosmetik für ihre „eigenen Zwecke“ – so wollte ich dem typischen Konzept: „perfekt aussehende Frau, unauffälliger einfarbiger Hintergrund, Produkt unten links oder rechts im Vordergrund“ entkommen.

Als ich der Dozentin meine ersten Ideen und mein Konzept vorstellte, war sie begeistert und gespannt zugleich. Also ran an die Arbeit.

Die Bildersuche im Netz konnte man bei der doch recht ausgefallenen Thematik allerdings fast vergessen – also musste ich viel photoshoppen und selbst einige Bilder schießen. naja…

Das Cover soll Frauen natürlich ansprechen und zum durchblättern einladen. Der Dialog auf der ersten Seite soll dann auch schon das langweilige und steife Thema Kosmetik – und folglich Mängel des Frauenkörpers – auflockern.
Das Besondere an der Broschüre ist, dass zwar für Frauenprodukte geworben wird, doch keine zu sehen ist. Schließlich wissen die meisten Frauen, wie die Topmodels von L’Oréal und co. aussehen.
Es sollen hier kleine witzige Momentaufnahmen gezeigt werden, die sich bei den Frauen einprägen und sie dadurch zum kauf von L’Oréal-Produkten anregen sollen.
Es soll nicht nur ein Produkt dargestellt werden, sondern man soll sich durch diese besondere Broschüre die Marke L’Oréal im Hinterkopf abspeichern. Man unterhält sich über die witzige Art der Darstellung und somit fällt der Markenname.
Abschließend widmet sich das Heftchen wieder den Frauen mit dem weisen Spruch auf der Rückseite.

Damit die Broschüre sich von üblicher Werbung abhebt und zugleich das edle Image der Kosmetikfirma widerspiegelt, ist sie in einem Umschlag aus Transparentpapier, der seitlich geöffnet wird.
Die Verpackung soll zum Anfassen und Auspacken animieren, wodurch sich der potenzielle Käufer auch schon mit der Werbung befasst -> Ziel erreicht!