Wir tauchten mit dem Typografie-Kurs zum Abschluß des 2. Semesters in die »Welt der Drucker« ein und besuchten die Druckerei Print 64 in Norderstedt. Dirk Breuer und Ronald Wiedekamp waren so freundlich und führten uns durch das Unternehmen, informierten uns und beantworteten all unsere Fragen.

Print 64 ist eine Offsetdruckerei, bestehend aus ca. 60 Mitarbeitern, die in zwei Schichten an 30 Druckwerken arbeiten. Es werden dort hauptsächlich Kataloge, Broschüren, Faltblätter als auch Buttons, Postkarten, Aufkleber etc. gedruckt. Die Druckerei versteht sich als »Spezialist für besonders schwierige oder anspruchsvolle Drucksachen.«

Eine Besonderheit der Druckerei ist es, dass sie auch noch den Siebdruck anbieten. Durch diese Vielfalt an Druckmethoden erreichen sie ein großes Leistungs-Spektrum als auch eine Vielzahl unterschiedlicher Kunden.

Zuerst führten die beiden uns in einen großen Raum, wo die Vorbereitungen für den Druck stattfinden. Wir waren also in der sogenannten Druckvorstufe. Die Arbeit, die hier an den Macs geleistet wird, kann sehr zeitaufwendig sein. Kunden unterschätzen dieses häufig. Hier wird peinlich darauf geachtet, dass man auch noch die Fehler, die Kunden (ungewollt) in ihre gelieferten Dateien einbauen, gefunden und korrigiert werden.

Im Drucksaal – eine recht große Halle – stieg uns ein strenger Klebstoffgeruch in die Nase und ein lautes Brummen der Maschinen ertönte. Luftbefeuchter, die dazu dienen, dass das Papier seine optimale Beschaffenheit behält, pusteten und prusteten. In dieser Halle befinden sich die Offset-Druckmaschinen. Die Maschinen werden von je ein bis zwei Mitarbeitern bedient. Mittels modernster Computertechnik werden die Druckplatten in den Maschinen belichtet oder »bebildert«, wie es Herr Wiedekamp nannte. Die Maschinen haben je vier oder noch mehr Farbwerke.

Mit manchen Maschinen kann zum Abschluß des Druckvorgangs auch noch gestanzt oder ein Lack aufgetragen werden.

Nun gelangten wir in einen kleinen Nebenraum, in dem die Siebe für den Siebdruck vorbereitet werden. Im Siebdruck können alle Materialien bedruckt werden, die nicht durch eine gewöhnliche Offset-Druckmaschine laufen können, wie zum Beispiel Bekleidung oder Plexiglasplatten. Auch farbenfrohe Kleinstauflagen werden im Siebdruck realisiert.

In dem letzten Raum, den wir betraten, befindet sich die Weiterverarbeitung. Hier wird geschnitten, gestanzt, geheftet, zusammengetragen und verpackt. Auch hier ist es sehr laut.

Da die Druckerei nur beschränkte Lagermöglichkeiten hat, und das Lagern von Papier sehr kostenintensiv ist, bestellt die Druckerei nur die stets benötigte Anzahl von Papier. Auch die höchst unterschiedlichen Papierwünsche der Kunden lassen einen großen Lagerbestand aller möglichen Sorten unwirtschaftlich erscheinen.

Nach der umfangreichen Führung standen die beiden Print-64-Kollegen uns noch Rede und Antwort. Es hat uns sehr gefallen und wir sind dankbar, dass Herr Wassenberg es uns ermöglicht im Rahmen des Typografie-Seminars hat, die »große Welt des Druckens« kennen zu lernen.

Text: Astrid Scheerer und Katharina Brady (2. Semester)