Einige Zeit ist schon ins Land gezogen, seitdem die ,,Begabtenklasse“ der kunstschule wandsbek gegründet wurde. Die Klasse ist jetzt keine mehr, sondern eine interne Hochschulagentur.

Die kw-talents*** heißen jetzt „flüggeDesign“ und haben sich zu einer internen Hochschulagentur entwickelt. Hochschulagentur?
Wie der Name schon sagt, geht es hierbei um leistungsbereite, engagierte Studierende, die zusammen eine Agentur bilden. Sie nehmen echte Kundenaufträge an und bekommen so nicht nur einen direkten Einblick in das spätere Berufsleben, sondern sie lernen schon jetzt, was es heißt, als Kommunikationsdesigner in einem Team marktorientiert und erfolgreich zu arbeiten.

 

So auch „flüggeDesign“. Sie haben nämlich ihren ersten Kunden und bearbeiten deren Auftrag, mittlerweile stecken sie inmitten der Endphase. Deshalb fand auch eine Präsentation für die Geschäftsleitung und den Schulleitern der kunstschule wandsbek statt, wo die Studenten ihre bisherigen Arbeiten vorgestellt und mit der kw zusammen eine erste Bilanz gezogen haben.

Der erste Kunde der Kreativen ist „Biffy Berlin e.V.“, hierbei ist ein besonderes Patenschaftsprogramm gemeint, welches mit einer unkonservativen Idee aufwartet: Erwachsene fördern Kinder in ihren individuellen Bedürfnissen!
Dabei geht es weniger um ein warmes Mittagessen oder Nachhilfeunterricht, sondern vielmehr darum, dass ein Erwachsener einem Kind beispielsweise das Fahrradfahren beibringt. Ein klasse Projekt – das fand auch „flüggeDesign“ und hatte dementsprechend viel Freude bei dem Auftrag.

Dieser sah ein komplett neues Design vor, welches dem Kunden eine neue Identität verpasst. Eine ganz schöne Herausforderung!
Aber die „flüggler“ verloren keine Zeit und machten sich an die Arbeit. Deshalb kann Mandy Jochmann uns auch die im Team entstandenen Logoentwürfe zeigen, welcher ein Sympathieträger werden sollte.
Und um den kindlichen Aspekt des Projektes in den Vordergrund zu heben, entschieden sich die angehenden Designer für Illustrationen, die verspielt sind, trotzdem seriös genug, um den Erwachsenen anzusprechen.
Diese Illustrationen werden in Ausschnitten auf Postkarten, Flyern, Geschäftspapieren, Web-Präsentation etc. gezeigt.

Die Überzeugung des Kunden gelang „flüggeDesign“ haushoch, „Biffy“ war begeistert und die Entwürfe angenommen. Das Patenschaftsprogramm ist übrigens ein sozialer Verein, weshalb die Gestaltung aus finanziellen Gründen eine doppelte Herausforderung darstellte, da keine unbegrenzten Möglichkeiten zur Verfügung standen. Jedoch wurden die Arbeiten freudig aufgenommen und letzendlich gekauft.

Es waren anstrengende Wochen für die Studenten aus unterschiedlichen Semestern. Sie mussten Studium, Hochschulagentur und eventuelle Nebenjobs unter einen Hut bringen. Nachtschichten und Wochenendmeetings waren da keine Seltenheit.
Herr Otto spricht genau diesen Aspekt an: „Es ist ein Privileg, was ihr jetzt habt, das Berufsleben auf diese praktische Weise kennen lernen zu dürfen. Denn da wird es genauso. 40-Stunden-Woche? Nein. 50-Stunden-Woche? Nein. 60-Stunden-Woche…?“
Und Peggy Tsalikis, die als Art Directorin „flüggeDesign“ zum Startsprung verhilft, meint dazu: „Ihr habt viel gelernt! Doch jetzt heißt es weiter machen und an einem Strang ziehen!“

„Im Studium macht man alles mit Leidenschaft!“, erklärt Markus Böhler, Schulleiter der kunstschule wandsbek, „und bei dem Privileg, mit echten Kunden arbeiten zu dürfen, steht ihr natürlich auch unter Druck. Es gibt kaum Feierabend mehr und euer eigenes Zeitmanagement ist bei einem Realkunden das Wichtigste! Disziplin ist das Maßwort im Design, das ist wie beim Sport!“ Peggy pflichtet ihm bei, während Phil Steger von den persönlichen Erfahrungen anfängt, die man zum Beginn in der Hochschulagentur sammelt. Man muss den „Draht“ zueinander finden, damit es produktiver wird und bestimmte Gruppenaspekte und Teile guter Ideen verwendet werden können. Denn kreative Zusammenarbeit ist gar nicht so einfach!
Oft bleibt man bei den wichtigen Entscheidungen „hängen“, weil niemand sich als Entscheidungsträger ,,empor schwingen“ und über die Köpfe der anderen hinweg bestimmen möchte.
„Aber das ist wichtig!“, meint dazu Peggy, „dass man in einer Gruppe erkennen lernt, wer derjenige ist, der als teamleader in Frage kommt.“

Dass aber aus den anfänglich fremden Studierenden ein starkes Team entwachsen ist, sieht man sofort bei der Präsentation. Es wird zusammen gelacht, selbstbewusst kommentiert und stolz die wirklich gelungenen Arbeiten gezeigt. Die viel gemeinsam verbrachte Zeit hat ein Miteinander geschaffen, welches sich deutlich in den gezeigten Arbeiten und dem Auftreten zeigt. Am Ende des Monats wird die neue Hochschulagentur übrigens einen Vortrag halten – für alle Studenten, die sich interessieren. Ich hoffe, dass sich diese einmalige Gelegenheit niemand entgehen lässt! Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben.

Wer sich schon jetzt vor Neugierde kaum bremsen kann, dem sei einfach die Web-Präsenz empfohlen. flüggeDesign ist zwar noch nicht komplett fertig gestellt, jedoch könnt ihr euch dort informieren, den Stand der Dinge erfahren und auf dem Laufenden bleiben – und die Designer natürlich kontaktieren!