Besonders talentierte Studierende bekommen in der kw jetzt die Chance,

ihre besonderen Fähigkeiten der Agentur Scholz&Friends NeuMarkt unter Beweis zu stellen. Peggy Tsalikis und Stefan Eichstädt machen diese einmalige Gelegenheit zusammen mit der kunstschule wandsbek möglich.

„Ihr seid etwas Besonderes!“ erklärt Peggy den aufgeregten Studierenden, die nervös mit ihren Kugelschreibern klicken und gespannt sind, auf das, was da kommen mag. Es ist Anfang Oktober und die erste Sitzung der kw talents*** -der etwas anderen Begabtenklasse von jungen Grafikern, die durchstarten wollen.

Phil Bastian Steger, Jan Yarza Balzer, Pascal Czerlinski, Toni Wehring, Josefine Nitsch, Mandy Jochmann und Nicolas Winkelmann haben es „geschafft“: Sie sind die Auserwählten, die zusammen mit der erfahrenen Art Directorin Peggy Tsalikis, dem Texter Stefan Eichstädt und Scholz&Friends NeuMarkt eine Hochschulagentur gründen dürfen. Zusammen bearbeiten sie echte und fiktive Kundenaufträge, müssen sich als Team erfahren und werden Berufserfahrungen sammeln, die sie als Sprungbrett für die nächste Station „Karriere“ nutzen können.
Beim ersten Meeting erklärt Peggy noch einmal den Leitfaden der kw_talents***, die ganz unter dem Aspekt der Nachwuchsförderung ins Leben gerufen wurde. Natürlich eröffnet es dem einen oder anderen vielleicht sogar die Tür in die Agentur.

Doch um die Annäherungsphase etwas zu beschleunigen, schlägt die sympathische Designerin erst einmal eine lockere Vorstellungsrunde vor, in der jeder seine Bewerbung vorstellt und etwas von sich erzählt. Um mit gutem Beispiel voran zu gehen, fängt sie selbst gleich an:
Geboren im Jahre 1973 beschließt die Berlinerin erst einmal Fotografin zu werden, ein klassisches Praktikum und die Arbeit als Freelancerin sind die Folge. Sie arbeitet bei der Agentur Jung von Matt, ist verheiratet und Mutter eines kleinen Mädchens. Sie sammelt einschlägige Erfahrungen, als sie im Team für Kunden wie BMW, Sixt, dem Konzerthaus Dortmund usw. diverse Aufträge bearbeitet, deren Ergebnisse  sie uns bereitwillig zeigt.

Weiter geht es mit Phil Bastian Steger, der schon als Praktikant in einem Architekturbüro gearbeitet hat. Das Feld der Architektur reizte ihn jedoch nicht, er wollte lieber „frei“ sein und selbst gestalten, weshalb er sich danach in einer Digitaldruckerei probierte. Hier durfte er schon kleinere grafische Arbeiten produzieren. Phil kann gut mit „Ideen rumblödeln“, wie er selber schmunzelnd erklärt. Er greift sie gern auf, jongliert und entwickelt sie schließlich erfolgreich weiter. Und überhaupt frei sein: In naher Zukunft würde er gerne das Ausland erobern. Je nach den Möglichkeiten, die sich ihm noch offerieren, könnte er sich ein „work&travel“-Jahr vorstellen. Aber auch der Masterstudiengang spukt in seinem Kopf als machbarer Plan herum. In seinem Portfolio zeigt er unter anderem Aufmacherseiten, Parfumanzeigen, ein Screendesign mit Relaunch und auch freie Malerei.

Jan Yarza Balzer, der ursprünglich aus Barcelona stammt mit der Bannung von Momenten in Form der Fotografie angefangen, was ihn auch zu einem Foto- und Filmpraktikum führte. Deshalb wusste er schon früh, dass es unbedingt die kreative Richtung sein muss, wobei ihn zuerst die musische Leidenschaft packte. Nebenjobs unter anderem bei Jobpool.de brachten ihm schließlich das Design näher. Hier versuchte er sich schon einmal in selbstständiger Arbeit und fand schnell auch seinen eigenen roten Faden, Funktion mit gutem Design zu verknüpfen. „Mich reizt das Funktionelle an der Werbung.“, erlärt er seiner Zuhörerschaft und beweist dies auch schon in seiner Präsentation, wo er Zeichnungen, Produktdesign, ebenfalls Parfumanzeigen, eine Plakatstrecke und eine Pizzakarte zeigt. Auch bastelt Jan sehr gerne mit Texten, hat auch immer passende Sprüche im Repertoire, um sie gezielt einzusetzen.

Ganz unkonventionell hält es jedoch Pascal Czerlinski, denn schon seit jeher fasziniert ihn das Medium Internet. Mit einem unbändigen Hunger auf Wissen, brachte er sich alles Wichtige darüber selbst bei, womit er auch schon erste Aufträge bearbeiten durfte. „Ich bin wirklich fit in Web-Geschichten“, antwortet er auf die Frage, was seine Stärken ausmachen. Durch sein Studium hat er allerdings Printgeschichten und auch die oft eher abgelehnte Typografie lieben gelernt. Pragmatisch, quadratisch, gut also? Von wegen. Denn er konzentriert sich erst einmal hauptsächlich auf Design. Die Tür der Werbung behält er sich trotzdem offen – „man weiß ja nie so genau, wo es einen mal hinverschlägt.“ Er präsentiert sich unter anderem mit Getränkewerbung, Produktdesign, einem Plakat, einem Geschäftsbericht, Berufsfotografie und einer Flash-Webseite.

Anders Toni Wehring, der seine Fühler gerade begeistert Richtung Werbung ausstreckt und sie für sich entdeckt. Ursprünglich wollte er beim Produktdesign bleiben. Einschlägige Erfahrungen hat er in einer kleineren Werbeagentur als Praktikant gemacht und visualisiert seine vielseitigen Ideen in einem Geschäftsbericht, einer Aufmacherseite, Mode- und Berufsfotografie, einer gezeichneten Komposition, einer Produktbroschüre, der Figur „Knorr Knolle“ und einer Anzeigenkampagne für Nescafé.

Der bisher rein männlichen Fraktion setzt Josefine Nitsch etwas entgegen. Sie möchte Kunst mit Design verbinden und hat daher die Erfahrung als Praktikantin bei einem Mediendesigner gesucht. Gut liegen ihr verspielte Illustrationen und die Findung funktionierender, guter Konzepte. Sie zeigt Illustrationen, experimentielle Illustration, dynamische Skizzen, Berufsfotografie, eine Kampagne für „DEIN DESIGN“ und eine Parfumanzeige. Trotz ihrer ausgeprägt künstlerischen Ader möchte Josefine unbedingt in die Werbung, gerne im Printbereich.

Mandy Jochmann hat über den Umweg Schülerzeitung zu den gestalterischen Medien gefunden, da sie auf dieser Plattform viele Möglichkeiten entdeckte, zu designen und zu gestalten. Ihre Stärke sieht sie im Text und im Print. Sie präsentiert ihren neugierigenKommilitonen Skribbels, Aktzeichnungen, Kinderbuchillustrationen, private Fotografien, Verpackungsdesign, Magazin-Design, Logogestaltung und ebenfalls Geschäftspapiere.

Zum Schluss stellt sich Nicolas Winkelmann vor, der schon viel vor hat: Mit einem befreundeten Programmierer plant der angehende Designer, sich selbstständig zu machen. Besonders layouten würde ihm zusagen, auch Produktdesign empfindet er als eine seiner favorisierten Sparten. Aber der vielseitig Begabte skizziert und textet auch sehr gern.
In seiner Präsentation sind unter anderem ein Plakat, Produktdesign, eine Aufmacherseite, ein Katalog für „Tokyo Street Style“ und sogar Schriftentwicklung mit Anwendungsbeispielen zu sehen.

„Ihr kennt euch als Gruppe noch nicht und für uns alle ist es ein neues Feld mit dem Sprung ins kalte Wasser. Und ihr müsst jetzt mitspringen! Ihr macht das für euch, nicht für die kunstschule wandsbek“, spricht auch Markus Böhler, der Schulleiter, die Studierenden an. Die Feierlichkeit im Raum ist beinahe greifbar. Die jungen Grafiker freuen sich auf den Sprung ins Ungewisse, können es kaum abwarten.

„Ihr seid die Agentur!“, schließt Peggy den ersten Tag ab. Denn die geplante Hochschulagentur ist eine gewaltige Herausforderung, die neben dem Studium bewältigt werden muss – und zwar mit Kreativität, Leidenschaft und Engagement.

Das also sind sie, die Studenten, die sich dazu entschlossen haben, eine besondere Herausforderung als Chance zu begreifen und anzunehmen. Wir alle sind gespannt auf die Ergebnisse, die dieses Experiment erzielen wird und freuen uns über diese spannende Entwicklung.