Am Donnrstag, den 27. November, war es dann endlich soweit. Wolfgang Schröder aus der syzygy-Agentur hat uns einen Vortrag gehalten, über das, was heraus kommt, wenn leidenschaftliche Kreative an der Schaffung gänzlich neuer Welten arbeiten.

 

Thema:

Von Hamburg nach Narnia

Also, worum ging es?
Virtueller Urknall klingt ja erst einmal recht exotisch. Tatsächlich ging es um eine Parallelwelt im Internet, denn „sometimes the adventure is only one click away!“ Damit wir uns unter diesem Leitfaden auch etwas vorstellen konnten, zeigte Wolfgang einen Werbefilm, der zu dieser Welt gemacht wurde und die – natürlich – dazu dient, ein Auto vorzustellen und im Endeffekt zu verkaufen.

Es ging hier also um ein Auto, dem Viano, um genau zu sein. Ein Familienauto, welches noch eine gute Kommunikationskampagne nötig hatte.
Die idealistischen Unternehmer träumten von der Vision, zwei Produkte in einem Webspecial miteinander zu kombinieren: den Film „Narnia“ und eben das Auto. Und in beiden Produkten geht es um die gleiche Zielkundschaft: Familien. Und deshalb sollte eine „Spieleseite“ entstehen, auf der alle ihren Spaß haben: Kinder können klicken und Abenteuer erleben, Eltern ein Auto kaufen, mit dem sie auch zu ihren echten Abenteuern gelangen.

Also, Narnia im Viano, klingt doch erst einmal recht simpel, oder? War es dann aber natürlich nicht. Zusätzlich wollte Disney nicht, dass sich zwei Welten vermischen. Der Viano durfte nicht einmal in einer head-line zusammen mit dem Kinofilm erwähnt werden.
Jetzt ging es um eine ganz neue Welt, die entstehen sollte. Eine, die sich an Narnia anlehnt und sich an ihr orientiert – aber nicht Narnia ist. Eine ganz schöne Herausforderung!

Viano: „Der beste Platz für Helden.“ Deshalb fährt man mit diesem Auto auch von Abenteuer zu Abenteuer, so zumindest auf der online-Welt, wo jeder Menüpunkt eine eigene Welt darstellt.
Sechs Menüpunkte sind also nochmal sechs Welten, wo jeweils immer ein bestimmtes Merkmal vorherrschend ist. Da gibt es zum Beispiel das Schloss Highlands und eine Steppe. Ursprünglich gab es sogar mal eine Eis-Welt, doch nachdem die komplett fertig gestellt war, kommentierte Disney:
„Ach ja, Eis ist ein absolutes No Go. Hatten wir vergessen, zu sagen. Äh, sorry!“

Bei jedem Menüpunkt gibt es etwas zu entdecken. Ob sich nun Blätter auf einen unsichtbaren Viano legen, die man mit dem Mauszeiger „abwischen“ kann oder die Sicherheit des Autos in Form eines Schutzschildes dargestellt wird – bei jedem „Klick“ gibt es eine Spielerei zu erleben, die Spaß machen soll.

Bei allem erklärt Wolfgang uns geduldig, wie solche Effekte entstehen: Erst einmal wird die Idee auf ein Blatt Papier geskribbelt und fest gehalten, dann meistens noch einmal verworfen und umgekrempelt, schließlich auf dem Monitor gebannt, indem man eine grafische Skizze anfertigt, dann noch einmal verworfen und schließlich ausgearbeitet 🙂 . Jede Kleinigkeit bestreitet so einen langen Weg, der mit Leidenschaft und Beharrlichkeit geebnet wird.

Die Welt macht tatsächlich Spaß – so, wie der Vortrag von Herrn Schröder, der seine Erzählungen mit witzigen Anekdoten ausschmückt und viele Videos und Bildmaterial zeigt. Viele handgearbeitete Skizzen grinsen uns von der Leinwand entgegen und am Ende haben wir ein authentisches Bild von dem „Making Of“ einer fantasievollen, wunderschönen Kampagne.

Die Studierenden kleben an Wolfgangs Lippen, wir sind fasziniert und sichtlich beeindruckt von dem Schaffen der online-Agentur syzygy, für die unser Referent arbeitet. „We love Internet“ ist erst seit 2007 in Hamburg angesiedelt. Aber die Agentur ist auch in Frankfurt und London zu finden und sucht derzeit händeringend nach Talent. Wer sich also von solchen grafischen Meisterwerken angesprochen und angespornt fühlt, sollte sich nicht scheuen, mal an die Tür der ausschließlichen online-Agentur zu klopfen.

 

Übrigens ist die kunstschule wandsbek auch für Wolfgang Schröder das ursprüngliche Mutterschiff. Hier hat er studiert und seine Karriere angefangen. Als Junior Art Director ist er nun bei der genannten Agentur in Hamburg tätig und kann so natürlich direkt aus dem „Nähkästchen“ plaudern. Auf jeden Fall Wolfgang: Dein Vortrag hat allen einen riesigen Spaß gemacht und neben der gebotenen Inspiration, die uns die eineinhalb Stunden geboten haben, sind wir alle sichtlich beeindruckt. Noch tagelang ist der Vortrag Gesprächsthema Nr. 1 in unseren Fluren. Danke dafür!