Janna Marike ist eine Absolventin der Kunstschule Wansbek. Sie entschied sich nach ihrem Abschluss in Hamburg weiter zu studieren und nahm daraufhin ihren Masterstudiengang in den Angriff. Sie berichtet aus ihren Erfahrungen und mehr aus Barcelona.

Warum hast Du dich für den Masterstudiengang an dieser Universität entschieden?

An der Kunstschule Wandsbek Hamburg habe ich mein 7 semestriges Kommunikationsdesignstudium abgeschlossen und möchte meine dort erworbenen Kenntnisse im Rahmen einer anspruchsvollen, akademischen Ausbildung erweitern und vertiefen.

Durch die Kooperation der KW Hamburg mit anderen Universitäten im Ausland, die einen Masterstudiengang anbieten und ermöglichen, wurde ich auf die ELISAVA aufmerksam. Nicht zuletzt reizt mich das Studium in einer küstlerisch anerkannten Stadt. Für die ELISAVA habe ich mich bewusst entschieden (meine absolute Präferenz war die ELISAVA), da der Standort Barcelona eine große Inspirationsquelle und somit eine Bereicherung für Kreative darstellt. Für ihre Architektur bekannt, versprüht die Umgebung Inspiration und setzt neue Impulse.

Zudem wollte ich meine bis dahin bereits erworbenen geringen Sprachkenntnisse vertiefen und intensivieren und die spanische Kultur näher kennenlernen. Für den Studiengang Master en Branding hatte ich mich bewusst entschieden, da ich es unglaubich spannend finde die Bedürfnisse der Menschen zu erkennen, sie zu wecken und ihnen das passende Produkt anbieten und nahe bringen zu können, indem man seine Kenntnisse über künstlerische Gestaltungsmittel und Techniken einsetzt. Mich fasziniert der Gedanke, durch gestalterisches Arbeiten Menschen zu erreichen, Kunden für die Marke zu begeistern und hiermit wirtschaftlich messbare Ergebnisse zu erzielen.

Faszinierend hierbei ist, dass Prinzipien und Vorgehensweisen erlernt werden, die für jedes Land gleich sind und somit alle Menschen, unter Berücksichtigung nationaler Unterschiede, mit gleichen Mitteln angesprochen werden können. Es ist interessant, dass das Studium interdisziplinär ist, da sich verschiedene Wissenschaften wie Psychologie, Wirtschaft und künstlerische Bereiche vereinen.

Wie hast Du dich mit deiner Universität in Kontakt gesetzt / Bewerbung?

Zunächst habe ich versucht mich durch die Homepage zu arbeiten und alles über die verschiedenen Masterstudiengänge, deren Inhalte, die Dozenten und Dinge über die Uni herauszufinden. Das war ein ganz schöner Akt, da diese anfangs nicht leicht zu durchblicken war. Dann habe ich ein Motivationsschreiben verfasst, das mir zum Glück jemand korrigiert hat, da sich meine Spanischkenntnisse zu dem Zeitpunkt noch auf das wesentliche beschränkten. Mittlerweile habe ich keinerlei Probleme mehr mit Spaniern bzw. Südamerikanern zu kommunizieren und spreche fließend Spanisch. Man merkt schnell, dass Spanisch nicht gleich Spanisch ist und jeder ganz anders spricht.

Was waren die Zulassungsvoraussetzungen?

Ein Abschluss in einem fachbezogenen Studiengang mit 180 Creditpoints ist die Voraussetzung um an der ELISAVA den Masterstudiengang beginnen zu dürfen.

Was musstest Du für Vorbereitungen in Deutschland treffen?

Es war alles sehr kurzfristig und musste schnell gehen. Drei Wochen vor Studienbeginn erfuhr ich, dass ich angenommen bin. Ja in Spanien geht es oft sehr spontan zu. Also waren meine Vorbereitungen meine Wohnung zu räumen, mein Hab und Gut auf 30 kg zu beschränken und eine neue Bleibe in Barcelona zu finden.

Wie wurdest Du an der neuen Universität aufgenommen?

Bei der Einschreibung verstand ich wenig, weil dort nur Spanisch gesprochen wird oder eben Catalán.
Deshalb war es auch nicht so einfach Kontakt zu den Kommilitonen aufzubauen, da wirklich alle spanisch sprachen, nur ich eben anfangs nicht bzw. sehr wenig. Durch gemeinsame Gruppenprojekte und mit fortlaufender Zeit hat man sich dann aber angefreundet. Es ist ein interessantes Umfeld. Die meisten kommen aus Südamerika. So lernt man viele verschiedene Kulturen kennen.

Wie wohnst Du / Wie lebst Du?

Ich habe dort in WG’s gewohnt. Nach einigen Umzügen habe ich dann eine tolle Wohngemeinschaft mit guten Leuten und Dachterrasse gefunden, in der ich noch 9 Monate blieb. Ich habe immer im Zentrum gewohnt, was mir sehr wichtig war, da ich viel unterwegs war, die Stadt genießen und Unabhängigkeit und Spontanität wahren wollte. Das beste ist spanisch sprechende Mitbewohner zu haben, was das Lernen unvermeidbar macht. 😉

Wie finanzierst Du dein Studium?

Für das Masterstudium habe ich einen Studentenkredit aufgenommen und zum Lebensunterhalt dort bereits vorher gespart.

Wie kann man sich das Masterstudium vorstellen?

Es läuft natürlich ganz anders als in der kw. Die meisten meiner Kommilitonen hatten schon einige Jahre gearbeitet und sich schließlich entschieden noch zusätzlich ein Masterstudium zu absolvieren. Die Planung der Kurse läuft sehr organisiert ab. Das Studium ist gut durchstrukturiert. Wir hatten viele verschiedene Dozenten, Mitarbeiter aus großen internationalen wie auch spanischen Firmen, die aus ihrem Berufsleben berichteten. Durch sie bekam man wertvolle Tipps und sie gewährten uns interessante Einblicke in die Berufswelt und die verschiedenen Unternehmen. Zum Ende jedes neuen Postgrados (Semester) ist ein Projekt zu erarbeiten und zu präsentieren, da ist es dann natürlich sehr ratsam der spanische Sprache mächtig zu sein. Dies war sehr interessant und hat mir Spaß gemacht, da man sich eigenständig tief in ein Thema einarbeitet, ein Projekt entwickelt und am Ende die allein erstellte Arbeit einiger Monate präsentiert. Dabei lernt man viel über den spanischen Markt mit seinen Marken und Produkte, Wettbewerbern und Abläufe. Die selbstständige Arbeit wurde durch wöchentliche Gespräche mit unseren Dozenten begleitet. Trotz sehr selbstständigen Arbeitens war der Kontakt zu den Dozenten eng. Man konnte stets um Rat fragen, was ich sehr schätzte.

Mittlerweile bin ich seit geraumer Zeit zurück in Hamburg. Barcelona fehlt mir sehr, die Atmosphäre, geschlossene Freundschaften und die Sprache. Aus Interesse habe ich noch Catalán gelernt, die Amtssprache Kataloniens. Spanisch spreche ich nun fließend. Ich pflege einen intensiven Kontakt in dieser wunderschöne Stadt mit ihrer imposanten Architektur. Bald fahre ich mal wieder zu Besuch dort hin. Zum Glück ist es ja nicht aus der Welt. In Hamburg habe ich mir spanische Freunde gesucht um die schöne Sprache so oft wie möglich sprechen zu können. Auch Hamburg ist eine Wirtschaftsmetropole und bietet vielfältige berufliche Möglichkeiten, auch im Design- und Brandingbereich, sodass ich fleißig Bewerbungen schreibe um Teil dessen zu werden und meine berufliche Karriere zu starten.

Eindrücke aus Barcelona.

Arbeitsproben von Janna Marike.

Masterarbeit. Hierbei kam es im wesentlichen auf die Konzeption und Strategie ihrer Arbeit an.