Lange haben wir darauf gewartet, dass der HongKong Club seine Pforten für die Studenten der kw öffnet und uns das tun lässt, wofür wir ,,gemacht” sind: kreativ sein, zeichnen, malen, skribbeln, gestalten…

“Marks On White” nennt sich die Aktion, die sich Studierende während der Projektwoche im Sommer ausgedacht haben. Ursprünglich sollte das Ganze eine Ausstellung bei ,,Hamburg und Design” werden, jedoch fiel diese aus, was die Studenten zwang, eine Tugend aus der Not zu machen.

Nach längerem Grübeln kam die zuerst nur zögerliche Idee, Menschen zum Thema ,,Kunst” aktiv zu integrieren und ihnen zu zeigen, wie sehr uns dieses Metier im Alltag beeinflusst. Dass sie in alten Museen nicht nur Staub fängt, sondern Spaß macht. Uns das Alltagsgrau färbt. Und wie vergänglich sie ist. Doch wie spricht man junge Menschen am gezieltesten an?

Ganau. In dem man ihnen gibt, was sie wollen!

Der Grundstein für die “MOW” war gesetzt: Wir packen einen Club in Papier ein. Klingt erst einmal völlig wahnsinnig, aber dass es funktioniert, hat der letzte Freitag eindeutig bewiesen. Tim aus dem zweiten Semester konnte die Zusage des Clubs ,,HongKong” auf St. Pauli organisieren, der auch gleich mit Feuereifer seine Zustimmung gab. ,,Edding” sponserte die ganze Aktion mit schwarzen Filzstiften und half bei der Namensfindung. An dieser Stelle: Vielen Dank! Bei der Namenswahl stand noch ,,Kritzelwahn” zur Debatte, der aber von der Mehrheit abgelehnt wurde.

Woher das ganze Papier stammt, soll jedoch ein Betriebsgeheimnis bleiben. ;-)
Freitag ging´s dann also los. Schon um zehn Uhr versammelten sich die Studenten im Club, um auch jedes Gläschen und jede Ecke der vier Räume einzupacken. Es wurde geschnitten, geklebt, gerollt und geflucht. Um siebzehn Uhr kamen wir dann alle ordentlich ins Schwitzen, denn erste Neugierige tollten sich schon erwartungsvoll vor dem Eingang, während dem Fußboden noch der weiße Teppich ausgerollt wurde.

Kurz nach achtzehn Uhr war offizieller Einlass, wo jeder einen Marker in die Hand gedrückt bekam. So also gut bewaffnet stürzten sich die Jungs und Mädels sofort auf die weiße Pracht, um ihr ihre Jungfräulichkeit zu nehmen. Ernsthafte Zeichnungen, flüchtige Skribbels und witzige Sprüche verleihten dem Club ein neues Gesicht. Für musische Untermalung war von den Dj´s Amir N. und Jame ebenfalls gesorgt und die fand ich persönlich übrigens klasse, auch wenn ich sonst nicht so der Black-Fan bin!

Um Mitternacht kam dann der schmerzhafteste und wohl größte Moment der ganzen Aktion: Das ganze verwandelte Papier niederzureißen und zu entsorgen. Denn die Vergänglichkeit ist ein ebenso aktiver Teil von ,,Kunst” wie vom Leben selbst. Aber keine Angst, es wurden viele Fotos geschossen, die Werke allesamt bestaunt und fotografisch ,,verewigt”. Des Weiteren ist zum krönenden Abschluss noch ein Buch geplant, welches noch einmal alles festhalten soll, was eigentlich nicht festzuhalten ist.

Also dürfen wir uns freuen, was da noch kommen mag! Auf jeden Fall großes Lob an die Organisatoren, denn die ganze Sache hat nicht nur innovativen Zeitgeist bewiesen, sondern auch einfach riesigen Spaß gemacht!

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Marks on white