sechs deutsche nachwuchskünstler/designer der kw stellen in den niederlanden aus. eine nachlese.
8. Mai 2008: Hamburg.

Früh morgens, es ist noch dunkel, quälen sich alle aus den Betten. Die Verpackung der Werke wird noch einmal überprüft, schließlich müssen sie eine lange Reise überstehen, dann geht´s ab zum, noch wie leergefegten, Hauptbahnhof. Verschlafen trifft einer nach dem anderen ein. Kaffee. Zug fährt gegen 6.45 Uhr. Mit an Bord sind, samt Freund Phil (aus Flensburg), Almedina Comaga (die alles für uns organisiert hat) in Begleitung von Kati Kreklau, Steffi Ubert (sozusagen, da sie erst in Holland mit dem Auto und ihrem Freund zu uns stoßen wird), Andreas Preuss Madsen und Benjamin Ludwig, alle von der kunstschule wandsbek in Hamburg. Zusätzlich haben wir noch unseren Freund und Künstler Timo Essner aus Flensburg im Gepäck. Alle sind voll freudiger Erwartung was da kommen werde, schließlich ist es für uns alle die erste Austellung im Ausland und es werden auch Künstler aus Holland, Estland und Island teilnehmen. Wir genießen die „Vorzüge“ einer Reise mit der Deutschen Bahn: keine Raucherabteile und auch auf den Toiletten gibt´s kein Fenster zum Öffnen. Wenigstens hatten wir reserviert. Immer wieder umsteigen. Endlich über der Grenze. Geschleppe mit den, teils sehr großformatigen/ schweren, Werken. Umsteigen in Amsterdam. Eine Runde Bier. Nochmal ´ne Stunde mit Bus und Bahn und wir sind in Bosje an unserer Unterkunft angelangt. Ein „buschiges“, sehr grünes, kleingartenähnliches Idyll, in dem fast ausschließlich Deutsche ihre Ferien verbringen. Sehr entspannt alles. Wir verstauen unsere Sachen und erholen uns von der Fahrt. 9. Mai 2008: Wieder einigermaßen früh aufstehen um die Werke zum Austellungsort, die „Oude Ursula Kerk“ in Warmenhuizen, zu transportieren. Diesmal aber mit Transportservice, der holländische Organisator holt uns persönlich ab. Wir sehen zum ersten Mal die Kirche von innen. Schön hell. Freuen uns darauf die Sachen hängen zu können. Das Wetter ist herrlich. Nachdem jeder seinen Platz bekommen hat, wird gehängt. Emsiges Treiben auch unter den anderen Künstlern, welche wir nun schon nach und nach ein wenig kennen lernen. Alle fertig. Erstmal was essen. Unsere Vorräte an Essen und Bier sind alle. Wir brauchen einen Supermarkt. Ab ins nächste Dorf, aber zu Fuß bei 30°C eine Stunde lang… Bier besorgt, erstmal eins trinken. Rückweg mittels Trampen bewältigt. Zuhause Kochen, danach Frisbee spielen und Chillen. Heineken trinkt sich wie Wasser. 10. Mai 2008: Die Maisonne scheint wieder mit unverminderter Kraft, Hitze pur. Heute ist Ausstellungseröffnung. Leider gehen die Leute bei den herrschenden Temperaturen lieber an den Strand als in eine Ausstellung, das ist wohl überall so. Wir sind ein wenig enttäuscht über die mangelnden Besucherzahlen aber bekommen bald erste Resonanzen und Anfragen auf unsere Bilder. Es ist sehr interessant, zu hören was sich die Leute für Fragen zu den Bildern stellen. Gegen 18 Uhr fahren wir nach Amsterdam. Heineken. Coffeeshop. Rotlichtbezirk mit nackten Frauen in Schaufenstern. Werden ständig gefragt ob wir Teile oder Crack kaufen wollen. Leider keine Frisbee dabei. Gegen 00.00 Uhr sitzen wir im Rückzug. Baustelle auf der Strecke. Sitzen bis 4.30 Uhr mit hunderten von Heerscharen von Partyheimkehrern, aus Amsterdam, auf einem Zwischenbahnhof ,kurz vorm Ziel, fest. Heineken. Kaffee. Nach einer Schienenersatzbusfahrt und einer Taxifahrt endlich im Bett. 11. Mai 2008: Wieder Paradewetter, uns schwant übles. Tatsächlich kommen die Scharen von Besuchern immer noch nicht, aber es werden trotzdem wieder einige interessante Gespräche mit potentiellen Käufern geführt. Kati verkauft sogar eines ihrer Werke. Ein erster Erfolg! Heineken. Wir hoffen weiter. Bei den anderen Künstlern läuft es auch nicht besser. Abends Grillen und Chillen am Bungalow. 12. Mai 2008: Weiterhin Urlaubswetter. Unsere Devise: Wenn keine Leute da sind genießen wir die Sonne und spielen Frisbee. Heineken. Keine Verkäufe an diesem Tag. Am frühen Nachmittag Abbau, der dann doch mit etwas weniger Elan als der Aufbau vonstatten geht. Abends Essen mit allen Künstlern. Danach nochmal gemütliches Weintrinken im Bungalow. Mentales Einstimmen auf die Heimreise. Streit um die letzten Dosen Heineken. 😉 13. Mai 2008: Verpacken der Werke. Bungalow besenrein machen. Schlüssel abgeben. Die ganze Schlepperei in umgekehrter Reihenfolge. Wetter ist immer noch schön. Deutschland hat uns wieder. Auch wenn es kein „verkäuferischer“ Großerfolg war, haben wir die Tage sehr genossen und sind erholt und mit vielen neuen Inspirationen wieder im Alltag angekommen. Sobald sich die Gelegenheit bietet sind wir auf jeden Fall wieder dabei, wo auch immer!