Name: Julka Seifert
Alter: 23
Beruf: Fotografin
Hat studiert: von April 2014 bis September 2017
Damaliges Lieblingsfach: Dynamische Skizze

 

Julka Seifert ist eine Absolventin der Kunstschule Wandsbek Bremen, die nun erfolgreich als selbstständige Fotografin arbeitet. Sie war so lieb, für euch ein paar brennende Fragen zu beantworten: Wie geht es nach dem Studium weiter? Wie ist es, professionell-kreativ auf eigenen Beinen zu stehen?
Im folgenden Interview findet ihr Antworten auf all eure Fragen!

 

 

Was hast Du aus Deiner Zeit an der KW mitgenommen?

Man muss nicht alles können und nicht alles mögen, aber man sollte es auf jeden Fall probieren. Sei offen und aufmerksam!

Was hat Dir an der KW am besten gefallen?

Am besten gefallen hat mir, dass man einmal in so gut wie jeden Bereich reinschnuppern konnte. Man musste sich nicht für ein Thema entscheiden. So hab ich ganz andere Talente entdecken können.

Zudem fand ich die Projekte toll die angeboten wurden. Ich hab z. B. Bei der Ausstellung ‚Junges Blut‘ teilgenommen. Hier konnte man auch nochmal Leute aus den anderen Semestern kennenlernen und hat neuen Input bekommen.

Was war Dein Lieblingsfach?

Schwierig zu sagen. Aber ich denke ich fand ‚Dynamische Skizze‘ bei Anne mit am Besten. Hier habe ich wieder zum zeichnen gefunden.

Warst Du direkt nach Deinem Abschluss erfolgreich?

Erfolgreich ist natürlich immer Definitionssache. Aber die Frage kann ich mit einem klarem Nein beantworten, wenn es nur um die berufliche Situation geht. Ich hab mir noch ein Jahr Auszeit genommen, war viel Reisen – sich selbst finden – classic. Nach einem Jahr hab ich mein Glück versucht und hab tatsächlich den Job bekommen, den ich in diesem Moment wirklich wollte.

Ich bin bei einem Start Up Unternehmen gelandet und wurde Marketing Managerin. War dort aber auch nicht lange glücklich.

Nach einem Jahr habe ich dann einen neuen Job in einem Fotostudio begonnen. Somit bin ich meiner eigentliche Liebe, der Fotografie, nachgegangen. Ich konnte nochmal super viel dazu lernen und habe mir nebenbei schon einen eigenen Kundenstamm aufgebaut.

Kurz vor Weihnachten 2020, habe ich mich dazu entschieden, dass ich das Alles auch alleine schaffe. Here I am – selbstständige Fotografin für Paare, Hochzeiten und Portraits. Glücklicher könnte ich nicht sein.

Wie sieht Dein Alltag aus?

Da ich momentan noch am Anfang stehe, steht Marketing natürlich ganz vorne. Ich bin viel auf Social Media Plattformen unterwegs, da es die einfachste und günstigste Möglichkeit ist sich zu präsentieren.

Als Fotografin besteht mein Alltag tatsächlich vielleicht nur aus 20 % fotografieren. Der Rest ist Akquise, Bildbearbeitung, Beratung, Buchhaltung etc.

Momentan plane ich ein Styled Wedding Shoot. Einfach um meinen eigenen Stil besser präsentieren zu können und wieder neue Kunden anzusprechen.

Es gibt tatsächlich keinen bestimmten Tagesablauf – jeder Tag ist anders. Aber genau ist es, was ich liebe.

Wie hat Dir das an der Wandsbek Gelernte im Job geholfen?

In meinem ersten Job, bei dem Start Up, konnte ich echt so gut wie alles anwenden. Ich musste Logos entwerfen, Fotografieren, Filmen, Schneiden, Website Layouts entwerfen u.v.m . Oft fühlte ich mich erstmal wie ins kalte Wasser geworfen, aber da ich an der Wandsbek für alles ne gewisse Grundlage bekommen habe, wusste ich wie ich es angehen soll. Und falls ich doch nicht weiter wusste, gab es da noch Google.

Das Alles hilft mir aber auch besonders jetzt. Ich konnte meine eigene Webseite, Logo, Visitenkarten etc. gestalten.

Wie gut kannst Du von Deinem Job leben?

Da ich noch am Anfang stehe, würde ich lügen, wenn ich sage, dass man davon gut leben kann. Ich weiß, dass es harte Arbeit ist. Nicht umsonst sagt man ‚selbst und ständig‘. Doch weiß ich auch, dass sich die Arbeit irgendwann auszahlt.

Es gibt zum Glück auch einige Möglichkeiten, nicht ganz auf dem trockenen sitzen zu müssen. Ich habe zum Beispiel einen Gründungszuschuss beantragt, damit ich mehr Sicherheit habe.

Würdest Du Deinen Weg nochmal so gehen, wie Du ihn gegangen bist?

Ich denke schon! Klar gab es ein paar Umwege, aber ohne die wäre ich wahrscheinlich jetzt nicht da wo ich bin. Ich konnte bei Allem etwas lernen und für mich mitnehmen.

 

Was würdest Du neuen Erstsemestern gerne ans Herz legen?

Alles was ihr in Eurer Zeit an der Wandsbek gestaltet, könnt ihr später für Euer Portfolio nutzen.Also setzt euch auf den Hintern und ergreift Eigeninitiative. Nichts kommt einem zugeflogen, außer man hat einfach unfassbar gutes Vitamin B.

Genießt die Zeit und quatscht einfach viel mit Anderen.

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Wenn Ihr noch mehr Fragen habt, schreibt uns gerne einen Kommentar, eine e-Mail an pr.kunstschule@gmail.com, auf Facebook oder auf Instagram @kwbremen!