Mia:
Marion, erzähl uns etwas über dich. Wer bist du und was zeichnet dich aus?
Marion:
Ich bin 22 Jahre alt, komme aus dem Landkreis Osnabrück und studiere im 7. Semester Kommunikationsdesign in Bremen. Gerade arbeite ich an der Umsetzung meines Konzepts für die Abschlussarbeit. In ihr habe ich die Optimierung von Zeit- und Selbstmanagement zum Thema gemacht. Was meine Idee ausmacht, kann ich hier leider noch nicht verraten. Am liebsten zeichne und male ich mit Zeichentusche, Öl- und Aquarellfarbe, aber es reizt mich auch, mit anderen Materialien zu experimentieren. In meiner Playlist habe ich vor allem Indie, Rock, Pop, Folk, sowie Alternative Musik und, wenn die Konzentration mal nachlässt; Instrumental-, Filmmusik oder Klassische Musik. Die Bücher und Fachzeitschriften, die mich interessieren, sind ebenfalls ein bunter Mix aus z.B. Fotografie, Psychologie, Romanen und Thrillern. Zum Abschalten gehe ich Joggen, ins Fitnessstudio oder spiele am Wochenende Fußball mit meiner Mannschaft.
Ich bin ein fröhlicher, ruhiger, aufgeschlossener Mensch. Allerdings habe ich auch meinen eigenen Willen, bleibe dabei jedoch immer offen für andere Meinungen und Einstellungen. Wenn ich mich für etwas begeistere, bin ich mit Leidenschaft und hartnäckig dabei.

Mia:
Welche Fächer haben dich rückblickend am meisten beeinflusst und vielleicht sogar in deinem Stil verändert?
Marion:
Als ich anfing, habe ich fast ausschließlich analog gearbeitet. Dabei haben mich Fächer wie experimentelles Design, Malerei und Illustration in meiner Arbeits- und auch Denkweise geprägt. Mittlerweile aber gestalte ich lieber digital, da diese Form mir vielfältigere Möglichkeiten bietet. Gleichzeitig kann man trotzdem noch seine analog erstellten Illustrationen und Texturen mit einbinden.

Vor allem das Fach Typografie hat mir gezeigt, wie vielfältig und experimentell man mit Text und Bild auch digital umgehen kann und dabei durch grundsätzliche Gestaltungsregeln eine Struktur und Lesbarkeit beibehält. Ab diesem Zeitpunkt war mein Ehrgeiz mehr denn je geweckt, alles über die Programme und Techniken zu wissen und beherrschen zu wollen und möglichst viel auszuprobieren.
Einen konkreten Stil verfolge ich nicht direkt, sondern versuche mich ganz flexibel auf das individuelle Projekt einzulassen. Dadurch kann ich mir immer wieder Neues aneignen und für mich entdecken.

Mia:
Hast du eine persönliche Veränderung an dir festgestellt, seit du an der KW studierst?
Marion:
Definitiv hat mich die Zeit hier persönlich verändert. Besonders dadurch, dass ich die Möglichkeit hatte, genau dem nachzugehen, wofür ich mich immer schon begeistert habe. Dies hat mich dazu angespornt ständig weiter an mir zu arbeiten. Ich könnte mir gut vorstellen, danach noch etwas anderes zu studieren, aber das Studium an der KW war das Beste, was ich für mich nach dem Abi machen konnte. Denn in der Zeit habe ich einiges erlebt, wertvolle Erfahrungen gemacht und Menschen kennen gelernt, die ich nicht mehr missen möchte, und das alles hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Ich weiß besser, wer ich bin, was ich will und habe mehr Selbstvertrauen entwickelt.

Mia:
Was sind deine Träume? Möchtest du später freiberuflich arbeiten oder hast du dir vielleicht sogar schon einen Arbeitgeber ausgeguckt, den du besonders toll findest?
Marion:
Im Visier habe ich zurzeit Agenturen und Verlage aus Hamburg, Düsseldorf und Köln. Meinen Schwerpunkt habe ich in der Abschlussarbeit auf Editorial-Design gelegt und werde zusätzlich eine Kampagne mit einem kleinen Werbespot entwickeln. Aber generell haben mich viele Fachbereiche im Studium begeistert, die ich gerne ausprobieren möchte und in denen ich mir vorstellen könnte zu arbeiten.
Ein großer Traum von mir ist es, in der Filmproduktion zu arbeiten und mich mit den Kameraeinstellungen und/oder der Konzeptentwicklung zu beschäftigen.

Mia:
Wie schaffst du Abhilfe, wenn dir für ein Projekt mal keine Blitzidee kommt?
Marion:
Einfach raus kommen, Neues sehen und hören oder Sport machen. Manchmal kann es auch ziemlich hilfreich sein andere, die sich vielleicht auch gar nicht für Design interessieren, nach ihrer Meinung zu fragen. Es ist gerade spannend deren Ansichten dazu zu hören, da sie meistens eine andere Sichtweise oder Ansprüche haben, indem sie beispielsweise den praktischen Nutzen und inhaltliche Funktion als erstes in Frage stellen und nur unbewusst die ästhetische Wirkung des Produktes wahrnehmen.

Mia:
Pixelschubser oder Haptiker?
Marion:
Ganz klar, Pixelschubser. Mich faszinieren zwar Produkte, die aus ungewöhnlichen Materialien hergestellt werden und eine besondere Oberfläche und Form aufweisen. Dennoch fokussiere ich mich mehr auf die grafische und inhaltliche Gestaltung. Dabei arbeite ich aber relativ intuitiv und fixiere mich nicht auf jeden einzelnen Pixel, sondern letztendlich interessiert mich das große Ganze mit dem Anspruch, dass es am Ende professionell aussehen muss.

Mia:
Dein Rat an die jüngeren Semester:
Marion:
Paul Klee brachte es mal so auf den Punkt: „Eine Linie ist ein Punkt, der spazieren geht.“
Lasst euch nicht bremsen, eure Kreativität auszuleben, indem ihr in dem Sinne eine Linie nur verbissen als Linie wahrnehmt, sondern seid bereit, frei, offen, anders und weiter zu denken. Nicht jede Kritik, die man dabei erhält, und jede Erfahrung, die man macht, muss gut sein, aber man entwickelt sich dadurch weiter.

Tom Ohlrogge, Jessica Schmitt, Marion Arkenau-Digitales Filmen-Musikvideo