Mia:
Dennis! Studi des Monats August! Ein Monat der Sonne, guten Laune, Events und Sommerferien. Wie hast du deine freien Wochen verbracht?
Dennis:
Naja, also hauptsächlich habe ich die Sonne als Reflektion auf meinem Monitor, oder durch die Fenster des Büros, in dem ich arbeite, gesehen. Man könnte also behaupten, dass ich den Großteil der Ferien drinnen vor dem PC gesessen habe. Einerseits habe ich an meiner Abschlussarbeit gearbeitet und andererseits natürlich an den Bewerbungen für ein Praktikum, mit dem ich direkt an die Schulzeit hier anknüpfen möchte. Ich kann also aus eigener Erfahrung bestätigen, dass das mit der Computerbräune nicht funktioniert. 😛

Mia:
Magst du uns was über deine Abschlussprüfung erzählen? Für was hast du dich entschieden und was hat dich dazu inspiriert?
Dennis:
ch mache ein komplettes Corporate Design für eine Dönerkette namens Kebap Cowboy. Zusammenfassend geht es dabei um die Zusammenfindung von türkischer und amerikanischer Kultur, in Bezug auf die Küche und das Design. Ich muss gestehen, dass sich das ganze Projekt mehr aus einer Laune heraus entwickelt hat. Generell wollte ich eine Arbeit machen, die nicht so bierernst ist, aber trotzdem viel Potential hat und mich auch vom Konzept her auf Trab hält. Rückblickend ist mir das vielleicht zu gut gelungen. In weniger als einem Monat ist ja schon die Abgabe. Also toi toi toi. 😀

Mia:
Wo lässt du dich generell inspirieren, hast du ein paar konkrete Adressen?
Dennis:
Was Inspiration angeht bin ich ein bisschen eigen. Ich verbringe, glaube ich, mehr Zeit ziellos auf allen möglichen Seiten, zu verschiedenen Themen, sei es politisch, oder demographisch, oder ganz banal: Mangas. Das Leben schreibt ja bekanntlich die besten Geschichten. In Bezug auf Design abonniere ich viel über Facebook. Gesehen haben sollte man auf jeden Fall mal ein paar Sachen von Hort, oder Illustratoren wie Steve Simpson, oder Ken Taylor. Jeder lässt sich ja von anderen Dingen inspirieren, aber es schadet natürlich auch nicht, gelegentlich bei Behance, dem ADC, Cannes, oder direkt auf den Seiten von Werbeagenturen vorbei zu schauen. Für mich galt schon immer: „Viel hilft viel“. 😛

Mia:
Was war dein liebstes Fach während des Studiums?
Dennis:
Mein liebstes Fach … Das ist eine recht schwere Frage, da ja alle Fächer auch sehr unterschiedliche Qualitäten haben und in vielen Aspekten unterschiedliche Vorzüge. Ich denke in Bezug auf meinen zukünftigen Werdegang hat mir das Bewerbungstraining bei Julia sehr weitergeholfen. Vom persönlichen Anspruch her mochte ich das Skizzenprojekt bei Andreas im dritten Semester sehr gerne, da ich da recht frei arbeiten konnte, aber auch regelmäßig etwas vorzuweisen hatten. Die Gespräche jede Woche setzen halt voraus, dass man sich regelmäßig mit seinem Thema auseinandersetzt. Außerdem erwähnen möchte ich noch schnell Daniel, Andreas und Eva, in deren Fächern eigentlich immer eine gute Balance zwischen kreativer Freiheit, Anspruch und nützlichen Zwischengesprächen herrschte.

Mia:
Was war dein schönster oder prägenster Moment in der Zeit an der kw?
Dennis:
Ich hoffe ja, dass mein schönster prägender Moment der Abschluss werden wird. Wäre ja irgendwie merkwürdig, wenn man das so einfach überbieten könnte. Generell haben mir die Abschlusspräsentationen in den verschiedenen Fächern immer Spaß gemacht. Vor allem im fünften Semester, im Fach Socialmarketing, weil ich da einen riesigen Hänger hatte und mir Sammy (der Typ aus Juli) direkt aus der Patsche geholfen hat. Ich bin immer noch fest überzeugt, dass das keiner gemerkt hat. Wenn man am Ende einer langen Gruppenarbeit solche Situationen hat, ist das doch eine schöne Sache. 😛

Mia:
Hast du schon eine Idee, was nun passiert, wenn du mit dem Abschluss in der Tasche die Schule verlässt?
Dennis:
Wenn alles nach Plan läuft, beginne ich im Oktober ein Praktikum bei einer nahmhaften Agentur in Hamburg und finde nebenbei dir Zeit, um noch an privaten Projekten zu arbeiten. Sechs Monate später beginne ich dann richtig zu arbeiten. Ich schätze mal, dass ich dann trotzdem noch im Lotto gewinnen muss, um mich mit 30, oder 40 in der Karibik zur Ruhe zu setzen. Aber so generell wäre ein reibungsloser Übergang ins Berufsleben ja schonmal ein schöner Anfang.

Mia:
Hast du einen Traumkunden?
Dennis:
Ich würde gerne mal einen kompletten Auftritt für einen winzigen Betrieb machen. Einen Tischler, oder einen Bäcker. Das Problem ist ja immer, dass das vielleicht kein lukratives Kundenfeld ist, aber das hier ist ja wohl eine Frage, die einen gewissen Spielraum zulässt. Bei den ganzen großen Marken da draußen hat man das Gefühl, dass gutes Design ein Luxusgut ist, dass man sich teuer erkaufen muss, bzw. nur bei teuren Projekten einen Sinn ergibt. Und auch wenn das sicherlich seine Richtigkeit hat, ist es doch schön, einfach mal alles zu geben, ohne auf den Profit zu schauen. Außerdem könnte ich bei so einem Projekt viel mehr das machen, worauf ich Lust habe. Vielleicht ist ein Traumkunde für mich auch einfach jemand, der mich machen lässt. 😛

Mia:
Wenn du ein Produkt oder eine Dienstleistung wärst, die gestaltet werden soll, was wärst du?
Dennis:
In dem Fall wäre ich wohl eine große Verpackung, bzw. ein Umkarton. Metaphorisch könnte ich dann argumentieren, dass ich von außen nur eine karge Beschreibung bin, die viel zur sehr generalisiert wird und dem ständigen Versuch unterliegt, in eine Schublade gesteckt zu werden und in Wahrheit, für die, die es interessiert und die sich die Mühe machen nachzusehen, in meinem Inneren etwas viel wertvolleres zu bieten habe. Oder ich bin einfach nur ein gemeines Stück Pappe, dass sich verbiegt, um einem anderen schöneren Ding das Sonnenlicht zu klauen und mich an seiner statt anzupreisen. Haha, ich schätze mal das ging über das Ziel hinaus. 😛

Mia:
Hast du einen Tipp fürs das Studium für unsere Neuankömmlinge?
Dennis:
Mein Tipp wäre: „Nehmt euch nicht zu ernst, sondern das Studium“. Und pünktlich zum Unterricht erscheinen, einfach weil es höflich ist (Und weil ihr euch theoretisch vertraglich dazu verpflichtet habt). Nutzt eure Zeit so gut wie möglich und vergesst nicht, dass ihr ab dem dritten Semester schon Arbeiten produziert, von denen einige in euerer späteren Bewerbung auftauchen. Ich denke das ist eine Erkenntnis, die man schon da immer vor Augen haben sollte. Bei gemütlichen Kaffeepausen vergisst man nur zu gerne, dass es auch andere Schulen, mit anderen Studenten gibt. Und ihr solltet eure Dozenten mit so vielen Fragen wie möglich überhäufen. Schleppt eure Zwischenstände regelmäßig da hin und lasst euch eine ehrliche Kritik dazu geben. Es ist besser zu wissen, wo die Fehler einer Arbeit stecken, als zu glauben, dass alles gut ist. Sucht euch abseits von der Schule eine kreative Beschäftigung, in der ihr gut seid und versucht pro Semester mindestens eine hervorragende Arbeit zu machen, die typisch für euch ist. Auch wenn ihr euch beruflich, oder im Studium davon entfernt, ist es gut, wenn man weiss, was man will, bzw. wie man sich immer wieder neu motivieren kann. Wenn ich mein Studium nochmal wiederholen könnte, würde ich wahrscheinlich auch viele Dinge anders angehen. Aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer. 😛