Dass die Abschlussarbeit nervenaufreibend und anstrengend ist, weiß ein Jeder, der seinen Abschluß bereits hinter sich gebracht hat.
Eine, die es gerade geschafft hat und die kunstschule mit dem Zertifikat in der Tasche verlassen hat ist Kristin Nicolaisen, unsere Studierende des Monats März.
Dass es schwierig ist bei all dem Streß um die Abgabe das Interview zu führen, verstehen wir natürlich. Daher diesen Monat mit etwas Verspätung, unsere Studierende des Monats; Kristin!

Mia:
Hey Kristin, stell dich doch einmal kurz vor:
Kristin:
Hallo, ich bin Kristin Nicolaisen, bin 23 Jahre alt, komme gebürtig von Sylt und das Studium hat mich nach Hamburg verschlagen. Ich hab zuerst meine Realschule fertig gemacht, danach das Abitur nachgeholt und bin jetzt seit 3 1/2 Jahren an der Kunstschule wandsbek.

Mia:
Wie verlief deine Abschlussarbeit und die Präsentation?
Kristin:
Die Abschlusszeit war eigentlich die spannendste Zeit, finde ich, an der ganzen kw. Weil es dieses ganz eigenständige Arbeiten gefördert hat und man sich das Thema selbst aussuchen konnte und das war genau das Spannende daran. Man konnte genau das machen worauf man richtig Bock hat. Man denkt immer ein halbes Jahr sei viel viel Zeit für so eine Abschlussarbeit, ist es im Grunde genommen dann irgendwie doch nicht. Man macht sich im Voraus schon immer lustig über die anderen Semester, wenn sie dann einen Tag vor der Prüfung noch ihre Mappen zusammenstellen und im Endeffekt ist man genau an der selben Stelle.
Ich fand aber die Vertiefung, vom Konzeptbuch bis hin zur fertigen Präsentation, war eine echt gute Übung, auch mal mit so Drucksachen klarzukommen, also ich hatte später so ziemliche Probleme mit der Druckerei. Überhaupt  diesen ganzen Durchlauf zu machen, fand ich echt spannend.

Mia:
Worum ging es in deiner Abschlussarbeit?
Kristin:
In meiner Abschlussarbeit ging es um das Thema Malzkaffee. Ich hab das Ganze Mukefuk getauft und es sollte ein neues Getränk werden. Also nicht so  wie man es kennt, zum Aufgießen mit heißem Wasser in Pulverform, sondern als convenience Food in der Flasche. Schon direkt trinkfertig. Es sollte eine junge Zielgruppe ansprechen, also ein Szenegetränk werden und wer jetzt denkt „Malzkaffee schmeckt nicht!“ Ich tue da natürlich noch Sojamilch und vegane Schokolade rein, damit es auch schmeckt und nach ökologischen Aspekten sehr gut ist.

Mia:
Hattest du ein Lieblingsfach?
Kristin:
Ich würde sagen, dass die ersten zwei Semester nicht so positiv für mich waren. Es eher schwierig für mich, das zeichnerische Lernen. Der Schwerpunkt für mich liegt wahrscheinlich auch eher am PC und im Editorial-, Packaging- und Corporate Design. Das sind eher meine Schwerpunkte, würde ich sagen. Gerade auch das Corporate Packaging ist für mich,  auch durch die Abschlussarbeit eine richtige Vertiefung gewesen und ich würde mich auch gern in diese Richtung entwickeln wollen.

Mia:
Hast du schon Pläne für deine Zukunft?
Kristin:
Ich hab jetzt gerade Bewerbungen rausgeschickt. Während der Abschlussarbeit hatte ich da leider keinen Kopf für, da ist man echt nur auf seine Arbeit fokussiert, so war es in meinem Fall auf jeden Fall und ich wollte sie ja auch gut abschließen. Wie gesagt, die Bewerbungen sind raus. Wenn sich was ergibt wäre das cool, wenn nicht würde ich sonst auch eine Weltreise machen für 3 Monate. Also ich lass mich da ganz überraschen. Ich bin auch ein wenig froh mal 2 oder 3 Tage nichts zu machen und an nichts zu denken, aber es soll dann auch schon bald wieder los gehen. Mir juckt es nämlich schon in den Fingern!

Mia:
Wie hat es dir bei flüggedesign gefallen?
Kristin:
Die Zeit bei Flüggedesign war für mich die beste Zeit. Ich hab das Gefühl, dass ich die ersten vier Semester garnicht  soviel teilgenommen habe am sozialen Leben hier und seit ich bei Flügge bin fällt mir das Kontakte knüpfen viel leichter und ich habe daraus auch viele praktische Sachen mitgenommen. Dieses intensive im Team arbeiten und auch mit Kunden zusammen und diese ersten praktischen Erfahrungen vom Briefing bis hin zum fertigen Produkt, also gerade auch die Kalenderarbeit war richtig gut und es hat mir richtig Spaß gemacht, gerade auch im Bezug nach Sylt, weil ich ja dort geboren wurde und dann diese Strandnixe zu machen. Das war dann echt noch so ein kleiner Höhepunkt im Studium.

Mia:
Was sind deine größten Inspirationsquellen?
Kristin:
Meine größten Inspirationsquellen sind vor allen Dingen die Menschen um mich herum, gerade auch die Menschen, die nicht in der Werbung sind. Mit denen zu sprechen ist meistens noch viel hilfreicher, um einen ganz anderen Blickwinkel oder ganz andere Perspektiven von einem Produkt zu sehen. Meine Schwester studiert zum Beispiel Soziologie und sie hat dann immer noch einen ganzen anderen Dreh oder weist mich dann auch auf Sachen hin, die falsch sein könnten oder falsch rüber kommen könnten und sagt dann auch ganz genau „Ich würde das so und so machen“; Also, gerade die Menschen, die nicht in der Werbung sind sollte man auch nochmal in Projekte mit einbeziehen, um das noch zielgenauer hinzukriegen.
Ansonsten guck ich auch immer in Blogs ein bisschen, auf behance und so, aber das ist auch immer eher schick zum gucken. Ich würd da jetzt nie so ein Design übernehmen. Ich lass mich auch noch von Sylt inspirieren. Die Meeresgeschichten gefallen mir immer sehr gut und mein Umfeld halt, also Rumlaufen, sich mit Leuten unterhalten. Ich glaub das ist das Wichtigste.

Mia:
Hat Hamburg selbst dich verändert?
Kristin:
Hamburg hat mich in dem Sinne verändert, dass ich sehr viel selbständiger geworden bin. Ich hab zum Beispiel gelernt meinen eigenen Haushalt zu schmeissen, habe mir hier meine eigenen Freundeskreise aufgebaut, Kontakte geknüpft und bin in allem schon selbstbewusster geworden. Ich hab mich früher immer schnell hinter Sachen versteckt, auch hinter meinen Arbeiten und hab die auch nicht gern präsentiert oder habe sie für mich selber zu schlecht bewertet, aber ich hab jetzt einfach gemerkt, dass man sich nicht vor sich selbst verstecken sollte, man sollte sich und seine Arbeiten auch zeigen und stolz darauf sein, was man geschafft hat!

Ein tolles Schlußwort!
Wir wünschen dir natürlich für deinen weiteren Weg jetzt nach der kunstschule wandsbek alles Gute und jede Menge Erfolg und hoffen bald wieder von dir zu hören!