Im Internet gibt es eine Menge ständiger Veränderungen. Man kann dabei zwischen kurzwährenden und langwährenden Änderungen und Trends unterscheiden. Ob ein Button eher räumlich oder flach wirkt und wie Rahmen ausfallen ist dabei eine eher schnelllebige Erscheinung. Interessanter ist es sich die langsamen aber stetigen Änderungen anzusehen, da an ihnen abgelesen werden kann wohin sich das Internet entwickelt.

Einen der größten Auswirkungen auf die Erscheinung und die Funktionsweise von Internetseiten hatte in jüngster Vergangenheit das Aufkommen von Touchscreens und mobilen Endgräten. Nicht nur, dass durch die steigende Zahl an verschiedenen Bildschirmgrößen, der Begriff Responsive Design, also ein Design, dass eine Zugänglichkeit mit allen Endgeräten erreichen soll, eine immer größere Rolle spielt, auch die sich wandelnde Bedienung durch den Finger auf dem einen und der Maus auf dem anderen Gerät hat Konsequenzen. Doch was genau passiert hier?

Damit beim Responsive Design die Webseiten auf einem Handy nicht einer abgespeckten und einfachen Variante der eigentliche Webseite ähneln gilt das Motto: Mobile first. Es wird also zuerst für mobile Endgeräte eine Webseite entworfen, die dann Schritt für Schritt an Tablets und schließlich an Desktoprechner angeglichen wird. Auf diese Weise setzt sich ein Minimalismus durch, der die Seiten in ihrer Optik stark beeinflusst. Beobachtet man zudem die Entwicklung von beliebten Webseiten wie YouTube, dann lässt sich auch erkennen, dass die traditionelle Navigation langsam aber sicher zurückweicht. Stattdessen treten die Inhalte, bei YouTube z.B. die Videovorschauen, als Navigationselemente hervor. Ein klares Resultat der Fingernavigation, da man auf diese Weise durch direktes Klicken des begehrten Inhalts an sein Ziel gelangt. Es muss nicht mehr der gedankliche Umweg über eine Navigation gegangen werden, sondern es kann der direkte und intuitive Weg verfolgt werden.

Diese Entwicklung zeigt, dass es sich lohnt einen Blick über das Internet hinaus zu wagen und sich die Entwicklung der Endgeräte und deren Bedienkonzepte anzuschauen, um die Auswirkungen auf unsere Erwartungen und Wünsche zu erkennen, die sich auch auf das Internet und seine Bedienung auswirken. Es ist abzusehen und oft sogar schon Istzustand, dass die Arbeit am Computer nicht mehr nur lokal stattfindet, sondern eine nahtlose Integration des Internets beinhaltet. Was liegt also näher, diese beiden Seiten einander weiter anzugleichen.

Ein Artikel von Marcel Stieber (Dozent für Multimeidadesign / Webdesign & Webpublishing)