Eine kreative Aufforderung an das 6. Semesters

Laut Brecht stehen die einen im Dunkeln und die Anderen im Licht.
Wer zu Ersteren gehört, kann das ändern. Aber wie?

1. Licht von oben.
Es fällt und wirft Schatten nach unten. Das ist gut zum Arbeiten
auf planen Flächen, weinger für das Aussehen Fältchen werden
zur Staatsaffäre und Augenringe verlängern sich unter punktuellem Oberlicht mühelos zum Kinn.

2. Licht, das steigt, erhellt Gesichter, Deckenfreskos und Stuckelemenete, kann aber im operativen Bereich enttäuschen,
wenn es gilt eine Nadel einzufädeln oder ein Sudoku zu lösen.

3. Licht von der seite ist stets ein Gewinn in Augenhöhe. Mühelos
findet man den Fehler auf der Petit-Point Decke oder in der Jahresbilanz, und möchte man wie 22 wirken, dreht man sich einfach mit dem Rücken zur Lichtquelle.

4.Licht neigt zum Fluten, auch dorthin, wohin man es überhaupt nicht braucht. deshlab ist nicht nur die Lichtquelle wichtig, sondern auch Form, Material und Flexibilität des Lampenschirms.

5. Wer keine ausgesprochene Nachteule ist, sieht seine Leuchte auch bei Tageslicht. Ist sie denn auch eine Augenweide? Was wir damit sagen wollen: die Erleuchtung findet man manchmal in Indien,
seltener bei einem Glas Wein. In unserem Fall erhellte dieses Thema die kreativen Köpfe des sechsten Semesters der Kunstschule Wandsbek während der Abschlusspräsentation.

Vielen Dank für euren Einsatz. Möge auch auch in Zukunft das
richtige Licht aufgehen!


Martin Woltermann, Dozent für Produktdesign