Susann Krüger aus dem 7. Semester ist Studierende des Monats Februar.

Stell dich doch einmal kurz selbst vor. Woher kommst Du, was hast Du vor der kw gemacht, seit wann studierst du hier?

Mein Name ist Susann (wobei mich eigentlich jeder Sanne nennt), ich bin 26 Jahre alt und hab‘ 2003 mein Abi gemacht. Danach wusste ich eine Weile nichts mit mir anzufangen, hab‘ ab Oktober 2004 in Flensburg auf Lehramt studiert, was mir allerdings längerfristig überhaupt nicht gefallen hat. Deshalb bin ich ziemlich genau zwei Jahre später hier gelandet und mittlerweile im 7. Semester angekommen.

Wenn nicht Design, was dann als Beruf?

Ich hab‘ mich schon immer sehr für Psychologie interessiert, für mich ist dieser Beruf in all seinen Facetten unglaublich interessant. In den Kopf eines Menschen zu schauen und seine Erlebnisse, Gedanken und Gefühle nachvollziehen zu können, finde ich faszinierend.

Was würdest Du sagen, sind deine Schwerpunkte bzw. deine Stärken im Kommunikationsdesign?

An die Schule gekommen bin ich mit einer starken Affinität zur Illustration. Das wird auch bestimmt mein Schwerpunkt und meine größte Stärke bleiben. Allerdings habe ich in den drei Jahren natürlich viel dazugelernt und mag mittlerweile die verschiedensten Sachen gerne, Corporate Publishing zum Beispiel. Wenn man da erst mal die zündende Idee und ein hübsches Konzept hat, geht das alles wie geschmiert und macht richtig Laune.

Wie lässt du dich inspirieren?

Zu meinen Inspirationsquellen gehören auf jeden Fall meine Freunde und der Blödsinn, den wir hier so machen. Aber auch der Alltag an sich bietet eine Fülle an Inspiration. Dazu muss ich nicht mal besonders hübsch gestaltete Sachen sehen, mir reicht es schon, wenn neben mir jemand gegen die Straßenlaterne läuft oder etwas fallen lässt.

Wo tobst du dich außerhalb der kw designtechnisch noch aus?

Bisher noch nirgends offiziell. Meistens sind’s so ein paar Kleinigkeiten für Freunde und Familie.

Was sind deine Pläne direkt nach dem Studium?

Erst mal Urlaub machen! Ich war seit Jahren nicht mehr wirklich unterwegs und ich finde, ich hab‘s mir spätestens jetzt echt verdient. Was allerdings „nach dem Urlaub“ angeht, gehöre ich vermutlich zu den wenigen Leuten aus meinem Semester, die noch keine konkreten Pläne haben. Ich weiß nur eins: Innerhalb der Berufsrichtung stets in Bewegung bleiben. Mal dies machen, mal das machen. Klar ich illustriere gerne, aber ein ganzes Leben lang? Ich fürchte mich regelrecht vor Stillstand, der/das ist meines Erachtens nach ein früh geschaufeltes Grab.

Was würdest du mit einem unbegrenzten Budget gestalten wollen?

Meine eigene, wunderschöne, unfassbar große (und daher auch sehr teure) Wohnung, schätze ich. Raumgestaltung find‘ ich klasse, hab‘ da vieles an Ideen im Kopf.

Was ist dir politisch wichtig?

Freie Meinungsbildung und -Äußerung! Zudem würde ich mir wünschen, dass die Regierung mal wieder komplett an einem Strang zieht, um dem Land was Gutes zu tun, als sich andauernd gegenseitig anzugreifen.

Was treibt dich an?

Mein persönlicher Ehrgeiz. Der nervt zwar manchmal, hat mich aber bisher noch immer weitergebracht.

Wen bewunderst du?

Meine Mutter! Die Frau hat innerhalb eines Jahres ihre Eltern und ihren Ehemann verloren und versprüht dennoch einen derart ansteckenden Optimismus, dass man gar nicht anders kann als sich davon mitreißen zu lassen. Jemand anderes wäre an diesen Erlebnissen vielleicht zerbrochen, aber sie nicht. Ich sage ihr das vermutlich viel zu selten aber sie hat meine volle Hochachtung dafür, wie sie einfach und kompromisslos diese schwierigen Situationen meistert, die sich ihr in den Weg stellen. Davon hätte ich manchmal gerne etwas mehr.

Wie schaffst du dir Ausgleich vom Ideen spinnen und Pixel schubsen?

Gute DVD in den Player, Tee kochen, Kekse holen und einfach mal nen Tag vor der Glotze rumgammeln. Oder nach lustigen Sachen bei YouTube suchen, während man eigentlich arbeiten müsste. 😉

Lieblingsdesigner, und warum?

Weniger Designer als Künstler: Lori Earley, Tara McPherson und Rion Vernon. Einfach mal googeln, wer auf Illustration, Pin-Ups und etwas Skurrilität steht, sollte Gefallen dran finden.

Wo hättest Du gern einen Zweitwohnsitz in der Zukunft und warum?

England, bzw. Großbritannien. Ich liebe die Briten, ihren Humor, ihren Akzent und ihren schrulligen Lebensstil. Ich war zwar erst einmal in London, aber das hat schon gereicht, um mich rettungslos und unwiderruflich in dieses Land zu verlieben.

In welchem Land würdest du gerne arbeiten?

Klare Sache: Wo ich leben kann, kann ich auch arbeiten. Also gilt auch hier: Großbritannien.

Hast du Lieblingsbücher?

Ich mag die Dan Brown Reihe ziemlich gerne, wie auch Harry Potter. Leider komme ich nicht so oft zum Lesen, wie ich es gerne hätte. Wenn ich ein Buch in die Finger kriege, muss ich es auch durchschmökern. Dieses häppchenweise Lesen in Bus und Bahn ist nix für mich.

Mit wem würdest Du gern einen Monat lang tauschen?

Paris Hilton. Nicht wegen ihrer Kohle (gut, vielleicht ein bisschen), sondern weil ich unbedingt wissen will, wie es ist, wenn man nix, aber auch absolut nix produktives leistet und trotzdem Schotter ohne Ende dafür bekommt.

Deine Lieblingsdesignblogs?

Ich muss zu meiner großen Schande gestehen, dass ich nicht allzu viele kenne. Aber thedieline.com ist schon ziemlich gut. Schicke Verpackungsdesigns, sehr nützlich vor allem für spätere Semester.

Was sagt man dir nach?

Gute Freundin, (zu) selbstkritisch, ehrlich, talentiert, tough, lustig, hilfsbereit, auch mal kurz angebunden und unfreundlich, grundlos pessimistisch, aber umgänglich. Das sind zumindest die Begriffe, die am häufigsten fallen.

Was magst Du an dir gar nicht?

Meine Ungeduld, sowohl in Bezug auf mich selbst als auch auf andere. Ich will immer alles sofort und dann soll es auch noch so perfekt wie möglich sein. Das geht natürlich so nicht und das nervt mich. Außerdem ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich die Augen rolle, sobald ich jemandem eine Sache zum zweiten mal erklären muss. Nicht sehr nett, ich weiß. Ich arbeite dran. 😉

Welche Tipps hast du für die Frischlinge im 1. Semester?

Genießt eure Studienzeit! Nehmt euch selber nicht zu ernst und seid stets bereit, dazuzulernen. Akzeptiert eure Schwächen und arbeitet ganz entspannt an ihnen, konzentriert euch aber vor allem auf eure Stärken und bringt diese zum Vorschein! Führt euch vor Augen, dass niemand alles gleich gut kann und das, dass was ihr am besten könnt, euch auszeichnet und zu dem macht was ihr seid. Macht keinen Egotrip und holt euch Feedback, sowohl von unseren Dozenten als auch von euren Leuten.

Und ganz wichtig: Vergesst den Spaß an der Sache nicht. Seid nicht zu verbissen und lasst eure Seele einfach mal baumeln, das werdet ihr oft genug brauchen.