Der TATAnano ist weder ein Außerirdischer noch ein Kinderspielzeug. Der TATAnano ist ein in Indien gefertigter Kleinstwagen, der alle bisherigen Preisvorstellungen durchbricht – für umgerechnet 1.500,- € wird der fünfsitzige Wagen in Indien verkauft und ist damit ein echter „Volkswagen“. Der bahnbrechende Preis ist nur dadurch machbar, dass der Wagen auf das Nötigste reduziert wurde. Auf Sicherheits- und Komfortfeatures, wie Airbags, ABS, Servolenkung, elektrische Fensterheber oder Klimaanlage wurde folglich verzichtet. Nun soll dieser Kleinstwagen auch den europäischen Markt erobern.

Mit der realistischen und praxisnahen Aufgabe, für dieses Auto eine integrierte Einführungskampagne zu entwickeln, wurden die Studierenden des 3. Semesters beauftragt. „Stellt Euch vor, Euer Semester wäre eine Agentur, TATA würde zu Euch kommen und Euch im Rahmen einer Wettbewerbspräsentation diese Aufgabe stellen“, lautete die Aufgabe. Wie geht Ihr vor?

Nicht einfach, in einem autoverliebten Land wie Deutschland ein Fahrzeug zu bewerben, dass neben den fehlenden Sicherheits- und Komfortfeatures auch noch ziemlich hässlich ist und nur über einen 33 PS starken 2 Zylinder-Motor verfügt. Systematisch wurden die Studierenden an das Thema Konzeption herangeführt, in dem sie zunächst eine mögliche Zielgruppe ausfindig und anschließend diese nach ihren Bedürfnissen, ihrer Lebensphilosophie und ihrem Lebensumfeld analysieren mussten. Der Automobil-Markt wurde genauso wie die Wettbewerber unter die Lupe genommen sowie die Frage beantwortet, mit welcher Vertriebsstruktur dieses Auto überhaupt in Deutschland verkauft werden kann. So erhielten die Studenten wichtige Informationen, die für die kreative Entwicklung einer Kampagne unerlässlich sind.

In einem zweiten Schritt wurden mögliche Kommunikationskanäle analysiert und ausgewählt, die sich für die Einführung eignen würden. Hierbei kümmerte sich jeweils eine Gruppe um die klassische Kommunikation (Anzeigen, TV, Funk, Plakate), um das Handels- und Händlermarketing, um Promotions- und Events und um die Online-Kommunikation. Eine einheitliche Zielgruppen-Ansprache und ein Leitgedanke wurden entwickelt, anhand dessen die Studenten ihre Maßnahmen überprüfen und verbessern konnten.

Im dritten Schritt wurden die besten Ideen ausgewählt und finalisiert. Und wie in einer „echten“ Agentur wurden anschließend die Ergebnisse zusammengefasst und dem „Kunden“ eindrucksvoll präsentiert. So erhielten die Studenten nicht nur Einblick in die Konzeption sondern auch in den Alltag einer Agentur und lernten, dass vor der Ideenentwicklung immer erst die Analyse steht und wie wichtig die systematische Vorgehensweise ist.

Text und Fotos: Stefan Kerp