Kati Kreklau ist 21 Jahre jung, mittlerweile im sechsten Semester und im Monat Dezember Studierende des Monats!

Hallo Kati,
diesen Monat bist du Studentin des Monats. Auch noch im Dezember! Also fangen wir gleich ganz dreist an: Magst du Weihnachten? Und was wirst du zu der besonders besinnlichen Zeit tun? Auf eine einsame Insel flüchten oder mit deiner Familie vor einem Kamin sitzen?

Ich komme nicht aus Hamburg, deshalb freue ich mich auf meine Familie! Außerdem geht in der Weihnachtszeit alles irgendwie langsamer, die Zeit entschleunigt sich… da kann man einfach mal abtauchen.

 


Angenommen du bekämst ein finanziell unabhängiges Budget zur Verfügung um einen Gestaltungsauftrag zu kreieren, was würdest du gestalten?
Ich würde gerne einen Comic illustrieren, aber das wird vielleicht auch bald zusammen mit einem Freund realisiert. Sonst würde ich aber gerne einem gemeinnützigen Verein helfen, sich der breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, weil die ja oft nicht so die Möglichkeiten dazu haben.

Woher nimmst du deine Ideen und deine Inspiration?
Dazu fällt mir nur ein Wort ein: Wahrnehmung. Aber auch die Phase kurz vor dem Einschlafen, da meldet sich das Unterbewusstsein zu Wort.

Du hast ja ein Buch gestaltet und heraus gebracht, wie ich aus zuverlässige Quelle weiß. Sehr spannend! Erzähl uns doch ein wenig davon: Wie kam es dazu? Wieviel Arbeit steckt da drin? Und wo hat es dich hingeführt?

3 Liter Herzblut und 10 000 Nerven stecken da drin! Angefangen hat es im Typografieunterricht im dritten Semester, weil wir dort ein freies Projekt gestalten sollten.
Ich habe natürlich länger als das Semester gebraucht. Anfangs habe ich drei Bücher gedruckt-aus Geldmangel. Später dann bis zu zwanzig Stück, weil Familie, Freunde und Dozenten ein Buch haben wollten. Es hat sich einfach herum gesprochen, sogar die Friseuse meiner Mutter besitzt ein Exemplar. Achja, und drei Holländer ;-). Heue sehe ich das Buch übrigens mit anderen Augen, vieles hätte ich besser und anders machen können, aber das ist wohl immer so.

Jetzt wird’s sehr persönlich. Was ist für dich eine Versuchung?
Eine Versuchung im Alltag ist für mich, loszulassen. Zu sagen: Jetzt ist mir alles egal! Dieses ,,Ich-bin-dann-mal-weg-Ding“!
Ich glaube, Versuchungen gehören zu den Dingen, die dir auf die linke Schulter tippen, obwohl sie rechts von dir stehen.

Was gefällt dir an deinem Studium am besten? Was liegt dir am meisten?
Am besten gefallen mir unsere gemütliche Kaffeerunden. Alles ist menschlich, man hat eben mit vielen Menschen zu tun. Mit erfahrenen Menschen und solchen, die am selben Entwicklungspunkt stehen wie man selbst. Das ist der Unterschied, denn sonst könnte man ja auch alle Aufgaben zuhause erledigen und zum Freak mutieren.
Was mir am meisten liegt? Auf jeden Fall Illustrationen und besonderer Wortwitz.

Wenn Du dein Studium hier bei uns abgeschlossen hast, wirst Du in naher Zukunft…
überrascht sein. Soviel ist sicher.

Gutes Design heißt für dich…?
Eine Sprache zu finden, die einerseits verständlich ist, aber andererseits trotzdem überrascht. Gutes Design ist für die Menschen da, das wird oft vergessen.
Welches politische Projekt würdest Du beschleunigt wissen wollen?
Entbürokratisierung.

Zum Schluss noch eine Kati-Weisheit zum Thema ,,Design“, bitte!
Was mich bei dem Thema Kreativität immer wieder fasziniert, ist die Tatsache, dass hierbei Dinge entstehen, die man anfassen, sehen und hören kann- alles durch elektrische Strömungen.Damit meine ich den stofflichen Aspekt: Zuerst gibt es keine Materie, dann plötzlich entsteht sie. Selbst geschaffen. Der kleine Gott in jedem von uns.
Das Interview mit Kati wurde von Meta.tag geführt.