Immer wieder berichten Dozenten vom Berufsalltag als Kommunikationsdesigner. Worauf man bei Druckaufträgen achten sollte, dass wir uns über den Einsatz und die Wirkung von Papier informieren sollen oder wie der Kundenkontakt aussehen könnte. Doch gerade für Studenten aus den ersten Semestern wirkt das alles noch sehr abstrakt. Wie kann man besser in die Materie eingeführt werden als durch einen Besuch in einer Agentur oder Druckerei?
Typographiedozent Michael Wassenberg veranstaltet seit einigen Semestern regelmässig derartige Exkursionen. Raus aus der kunstschule wandsbek und die deftige Luft der Arbeitswelt schnuppern. Auf dem Lehrplan des Semesters 3.1. stand am 20. November der Besuch bei EINSATZ Creative Production in der Nähe des Fischmarkts.
Was da genau auf uns zu kam, wussten wir zunächst nicht. Aber die Begrüßung durch den Geschäftsführer Hans Peter Schmid und seine Tochter Juliane, ebenfalls in der Geschäftsleitung tätig, war sehr herzlich. Im Konferenzraum schilderten sie zwischen Kaffee und Lebkuchen die Aufgabenfelder der Agentur. EINSATZ unterstützt Kreative, Agenturen und Firmen bei der Realisierung ihrer Projekte. Es handelt sich um ein Unternehmen der Druckvorstufe, eine Instanz zwischen Agentur und Druckerei. Entwickelt beispielsweise der Kreative die Gestaltung für die neue Verpackung einer Gesichtscreme, so kann es die Aufgabe von EINSATZ sein, diese umzusetzen. Das heißt sie finden die Möglichkeiten, welches Material verwand wird, wie es gedruckt wird. Für jede Form der Ideenumsetzung findet EINSATZ einen Weg: Flyer, Broschüren, Beilagen, Plakate und vieles mehr. Weitere Schwerpunkte der Firma sind Bildbearbeitung, Satz, 3D-Animation und auch Reinzeichnungen.
Mit Schokolade im Bauch ging es danach auf Entdeckungsreise durch die Agenturräume. Typisch für die Philosophie von EINSATZ ist, dass es keine Trennung zwischen den verschiedenen Teams gibt. Der Typograph sitzt neben dem Proofer und der neben der Gestalterin. Das ermöglicht kurze Wege, eine umstandslose Kommunikation und ein hohes Maß an Schnelligkeit. Zunächst lief uns allen im Proofraum das Wasser im Munde zusammen. Hier wurde gerade ein Vorabdruck von Ben & Jerry’s gedruckt. Dieser Bereich ist besonders wichtig, um bereits vor der Weitergabe an die Druckerei eine farbverbindliche Vorstellung vom Ergebnis zu erhalten. Dabei können verschiedene Druckverfahren auf unterschiedlichem Papier simuliert werden.
Weiter ging es in die IT-Abteilung, in der wir einen Eindruck vom digitalen Aufwand der Agentur erhielten. Eine hauseigene IT-Abteilung hilft, Probleme sofort beheben zu können. Vor allem muss bei 250 Rechner immer eine Person den Überblick behalten. Zudem sollte auch eine Agentur immer auf dem neuesten Stand der Entwicklung sein. „Wer glaubt, dass die gefährlichste Mafia in Sizilien sitzt, hat sich getäuscht. Es sind die Softwarehersteller!“, lachte IT Manager Holger Darjus.

Im Vorbeigehen warfen wir den einen oder anderen faszinierten Blick auf die Bildschirme der Mitarbeiter. Verpackungen für Bier hier, eine 3D-Animationen für einen Autoteilehersteller dort. Sehr beeindruckend! Zu guter letzt stand ein Vortrag an, der uns zeigte, wie eine Verpackung entsteht und das Ganze in 3D umgesetzt wird.
Beeindruckt und vollgesogen mit neuen Erkenntnissen marschierten wir gegen Mittag in den Feierabend. Exkursionen lohnen sich eben immer, um festzustellen wie es in der Praxis wirklich läuft. So wird den Berichten der Dozenten Leben eingehaucht und es ist nicht nur eine bloße Idee dessen, was am Ende des Studiums auf uns wartet.

Vielen Dank an EINSATZ für den interessanten und spannenden Vortrag und dass sie sich so viel Zeit für uns und unsere Fragen genommen haben. Und das super leckere Gebäck!

Text: Mandy Jochmann · Fotos und Bildunterschriften: Michael Wassenberg